Hallo ihr Lieben,
ich bin deutlich beschäftigter als in Neukaledonien, daher gibt's neue Posts hier nur mit etwas Abstand zueinander;). Aber das soll ja auch so sein, ich bin ja hier nicht im Urlaub (auch nicht im inoffiziellen ;) ).
Aber zum eigentlichen Thema des Postes: Heute habe ich (wieder) einen neuen Tagesrekord aufgestellt an zurückgelegten Kilometern auf dem Rad, dem fiets: 30km durch die Stadt, das ist doch schon langsam anstrengend. Mein Tagespensum liegt normalerweise so bei 12 oder 13km, nämlich zur Uni und zurück. Das hat mich quasi inspiriert zu einem neuen Post. Außerdem sollte ich über das Rad fahren - fietsen - schreiben, bevor ich mich zu sehr daran gewöhnt habe, denn das läuft hier schon ein bisschen anders. :)
Zuerst einmal bin ich sowieso quasi ein kompletter Alien, ich fahre nämlich mit Helm! Crazy, oder? Und das obwohl ich noch nicht mal ein Rennrad fahre, das könnte man hier wohl noch verstehen, aber auf einem ganz normalen Rad? Total seltsam... Der Vorteil davon: Manche betrachten mich als Touri und gehen mir etwas aus dem Weg. Der Nachteil davon: Manche betrachtet mich als Touri und motzen lieber mal besonders unfreudlich, wenn ich etwas falsch mache - zum Glück immer seltener. Grundsätzlich ist der gemeine Niederländer plötzlich ziemlich unfreundlich, sobald er auf ein Fahrrad steigt, davor wurden wir schon offiziel von Seiten der Uni gewarnt.
Wenn man sich auch ja an alle Regeln hält, die man größtenteils schon beim Fahrradführerschein gelernt hat, geht es aber ganz gut. Neben absolut jeder Straße gibt es eine Fahrradweg, für beide Fahrtrichtung - und wehe dem, der sich nicht daran hält (unfreundliche Niederländer, ihr erinnert euch?)! Diese Radwege folgen der Logik einer Überlandstraße: Es gibt zwei gedachte Spuren, die rechte, normale und die linke, die Überholspur. Wehe wehe wehe man blokiert die Überholspur! Noch schlimmer übrigens: Fußgänger auf dem Radweg, die leben da fast gefährlicher als auf der Straße. Niemals unterschätzen! Die (und Überholspur-Blokierer) begegnen dann nämlich dem "klingelden niederländischen unfreundlichen Fahrradfahrer", vor dem die Uni ebenfalls offiziel gewarnt hat: Dieser
kündigt unmittelbare Gefahr für Leid und Leben an. Besonders gefährlich
für Menschen aus Ländern mit Linksverkehr, die dann auch noch
reflexartig nach Links gehen und vom Radweg auf die Straße...
Am Anfang war ich doch noch recht überfodert davon, gerade links abbiegen ist "schwierig". Anstatt wie die Fußgänger nämlich einfach links abzubiegen, muss man als Radfahrer zuerst die Straße in die man abbiegen will, überqueren und erst dann abbiegen. Nur so kommt man auf der richtigen Radweg-Spur an.
Am Anfang hab' ich versucht der Masse nachzufahren oder mir einzelne Menschen auszusuchen und denen nachzufahren. Aber das war keine so gute Idee, denn die Holländer nehmen es auch nicht so genau mit roten Ampel und Verkehrszeichen. Die haben wohl irgendwie im Blut wie das geht, ich hab das ein oder zwei mal versucht ("Wenn der fährt, kann ich ja auch fahren"), aber jedes Mal hab' ich den Verkehr aufgehalten und es ging schief. Jetzt bin ich die brave deutsche, die mit ihrem Helm an der roten Ampel wartet, obwohl weit und breit keine Auto da ist.
Aber alles in allem schon sehr nett, das fietsen und sehr praktisch. Viel schneller als der ÖPNV und hier ist ja auch alles schön platt. :)
Liebste Grüße,
Theresa
P.S.: Die Kommentarfunktion geht jetzt auch ;)
Haha, omg, ich glaube ich wäre aufgeschmissen! :D Ich hasse Fahrradfahren ja ohnehin & lauf lieber eine Stunde als mich auch nur 5 Minuten auf so ein Ding zu setzen - keine Ahnung,woher diese Abneigung kommt. Aber was du das beschreibst klingt ja echt ziemlich chaotisch & gefährlich! :D Nicht, dass du dan nach einem Jahr als totale Rowdy-Radfahrerin nach Deutschland zurück kehrst! :P & 30 km...wow, sportlich, sportlich. ;)
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
Angelika