Freitag, 3. Oktober 2014

Fietsen im Regen

Hallo :)

Die letzten Tage war jede Menge los, daher hab' ich es nicht geschafft zu schreiben, aber jetzt endlich habe ich Zeit. Zu den Geschnissen der letzten Tage komme ich aber im nächsten Blog (als kleiner Teaser, die Überschrift wird wohl kamer sein). Heute berichte ich erstmal von einem ersten Ausflug raus aus der Stadt, an Mittwoch vor einer Woche.

Der Plan war: Ich treffe meinen Bruder mit dem Fahrrad in Rotterdam, von dort aus radeln wir los, "Richtung Deutschland", soweit wir eben kommen. Das haben wir auch gemacht.

Nicht bedacht hatte ich die Möglichkeit, dass es ja regnen könnte (die Regenjacke hatte ich zwar eingepackt, aber eher wegen dem Wind...). Es hat nämlich bis dato seit ich in Amsterdam bin nur genau einmal ein bisschen genieselt. Aber natürlich nicht so an diesem Tag. Wir waren noch nicht Rotterdam draußen ging es los: Es hat erst genieselt, dann geregnet, dann viel geregnet, dann gab's nen Wolkenbruch und irgendwann waren meine Jeans so nass, als hätte ich mit ihnen geduscht. Dann wars auch egal, also sind wir durchgefahren bis zum Tagesziel Gorinchem. Dort gab's für mich erstmal einen neuen Satz Klamotten. ;)

Eigentlich wollte ich ein paar schöne Bilder machen, von den Deichen und den Windmühlen und der platten Landschaft und den Kühen und Pferden und Kanälen durch die Felder. Das haben wir auch alles gesehen, aber es war einfach zu nass für Bilder... Aber ich beeindruckt vom Fahrradwege-Netz in Holland. Es gibt überall(!) einen Fahrradweg, sogar parallel zur Autobahn. Und es ist super ausgeschildert. An trockenen Tagen also sehr zu empfehlen.

Bilanz des Tages: Jede Menge nasse Kleidung, zwei kaputte Handys, ein paar Schuhe, die statt getrocknet geschimmelt sind, eine neue Jeans, ein neues Oberteil und ein neues Handtuch... Und die Erkenntnis, dass 50km auf dem Rad in Holland gar nicht so viel sind, wie sie klingen, wenn man aus dem Pfälzer Wald kommt... Lustig war es trotzdem!

Ich verbuche diesen Tag einfach wertneutral unter "Erfahrung".

So, der Stoff für den nächsten Eintrag ist ja schon erlebt, deshalb dauerts hoffentlich nicht so lange.

Liebe Grüße aus Amsterdam in die große weite (oder doch nicht so weite?) Welt:)
Theresa




Sonntag, 21. September 2014

Pinnen

Liebste Blog-Verfolger,

erstmal: Ich freue mich wirklich sehr doll, dass echt viele den Blog lesen:) Es macht großen Spaß die Landkarte anzuschauen und zu rätseln, wer wohl hinter den Zahlen steckt. In Deutschland ist das eine zu schwierige Aufgabe, aber immerhin habe ich Vermutungen über Schweden, UK und Frankreich. Überfordert bin ich jedoch von Thailand, Spanien, Griechenland und Luxemburg... Any hints?

Aber zum eigentlich spektakulären Ereignis, dass es zu berichten gilt: Ich bin seit gestern in der Lage vollwertig am niederländischen Marktgeschehen teilzunehmen. Denn: Ich kann jetzt pinnen. Beim pinnen handelt es sich um den Vorgang des Bezahlens mit EC-Karte in Kombination mit der Pinn. Allein die Tatsache, dass es in Holland ein eigenes Verb dafür gibt, hätte mich von Anfang an stutzig machen sollen...
Folge davon ist unter anderem, dass man an der Uni mit Bargeld zu Hause bleiben kann. Ich konnte die Flasche Wasser für 1,80€ leider nicht mit meinem 2€-Stück kaufen. Nachdem der erste Schock überwunden war, dachte ich: Okay, dann also Kartenzahlung. Aber nix da! Eine deutsche Karte? Nee, das geht hier nicht. Wo kämen wir denn da hin? Zum Glück hat sich eine freundliche Holländerin erbarmt mir das Getränk mit ihrer Karte zu kaufen und im Gegenzug mein furchtbares Bargeld zu nehmen.
Ebenfalls spannend ist, dass im Supermarkt nicht mehr mit 1 und 2 Cent Stücken gearbeitet wird. Damit das auch nicht nötig ist, wird einfach auf die nächsten 5 oder 10 Cent auf(!)gerudet, falls man mit Bargeld zahlen will. Angenommen werden die Cent-Stück im Übrigend auch nicht. Nee, das geht hier nicht. Wo kämen wir denn da hin?
Also ging's zur Bank, ein holländisches Konto muss wohl her. Gestern hab ich's dann endlich geschafft zur Bank zu gehen um dort meine Pinn abzuholen :D *juhu* (Die Pinn mit der Post schicken? Nee, das geht hier nicht. Wo kämen wir denn da hin?)
Meine neue tolle EC-Karte ist auch noch multifunktional: Ich kann damit nämlich auch ChipKnip benutzen. Das ist das niederländische Äquivalent zur deutschen Geldkarte. In Deutschland benutzt die eigentlich niemand. In Holland eigentlich auch nicht. Deswegen wird sie Ende des Jahres auch abgeschafft. ABER bis dahin ist es die einzige Möglichkeit an der Uni zu kopieren oder (viel wichtiger!) am Kaffeeautomaten an Kaffee zu kommen. Nicht, dass die Uni diese Automaten nicht erst vor ein paar Wochen aufgestellt hat und nicht, dass es nicht total absehbar war, dass es blanker Unsinn ist als einzig mögliche Bezahlmethode eine auszusuchen, die niemand benutzt und in drei Monaten abgeschlatet wird...

Um abschließend das Ganze noch Unsinniger zu gestallten hat sich ebenfalls im Laufe der letzten Tage herausgestellt: 1) Ich kann sehr wohl mit meiner deutschen EC-Karte bezahlen, und zwar an verdammt noch mal allen EC-Bezahlsystemen - auch an der Uni. 2) Es kostet mich noch nicht einmal etwas.
Der Trick: Dem netten Kassen-Personal einfach nicht verraten, dass es keine holländische Karte ist. Schlimmstenfalls erschrecken sie sich so sehr vor den deutschen Worten auf ihrem Bildschirm, dass sie die Karte herausreißen, bevor man pinnen kann, aber mit ein paar beruhigenden Worten lassen sie es dann doch zu.

Aber, jetzt kann ich pinnen, in verschiedensten Varianten, und bin sehr glücklich darüber :)

Liebe Grüße und gute Nacht,
Theresa

Sonntag, 14. September 2014

Fietsen

Hallo ihr Lieben,

ich bin deutlich beschäftigter als in Neukaledonien, daher gibt's neue Posts hier nur mit etwas Abstand zueinander;). Aber das soll ja auch so sein, ich bin ja hier nicht im Urlaub (auch nicht im inoffiziellen ;) ).
Aber zum eigentlichen Thema des Postes: Heute habe ich (wieder) einen neuen Tagesrekord aufgestellt an zurückgelegten Kilometern auf dem Rad, dem fiets: 30km durch die Stadt, das ist doch schon langsam anstrengend. Mein Tagespensum liegt normalerweise so bei 12 oder 13km, nämlich zur Uni und zurück. Das hat mich quasi inspiriert zu einem neuen Post. Außerdem sollte ich über das Rad fahren - fietsen - schreiben, bevor ich mich zu sehr daran gewöhnt habe, denn das läuft hier schon ein bisschen anders. :)
Zuerst einmal bin ich sowieso quasi ein kompletter Alien, ich fahre nämlich mit Helm! Crazy, oder? Und das obwohl ich noch nicht mal ein Rennrad fahre, das könnte man hier wohl noch verstehen, aber auf einem ganz normalen Rad? Total seltsam... Der Vorteil davon: Manche betrachten mich als Touri und gehen mir etwas aus dem Weg. Der Nachteil davon: Manche betrachtet mich als Touri und motzen lieber mal besonders unfreudlich, wenn ich etwas falsch mache - zum Glück immer seltener. Grundsätzlich ist der gemeine Niederländer plötzlich ziemlich unfreundlich, sobald er auf ein Fahrrad steigt, davor wurden wir schon offiziel von Seiten der Uni gewarnt.
Wenn man sich auch ja an alle Regeln hält, die man größtenteils schon beim Fahrradführerschein gelernt hat, geht es aber ganz gut. Neben absolut jeder Straße gibt es eine Fahrradweg, für beide Fahrtrichtung - und wehe dem, der sich nicht daran hält (unfreundliche Niederländer, ihr erinnert euch?)! Diese Radwege folgen der Logik einer Überlandstraße: Es gibt zwei gedachte Spuren, die rechte, normale und die linke, die Überholspur. Wehe wehe wehe man blokiert die Überholspur! Noch schlimmer übrigens: Fußgänger auf dem Radweg, die leben da fast gefährlicher als auf der Straße. Niemals unterschätzen! Die (und Überholspur-Blokierer) begegnen dann nämlich dem "klingelden niederländischen unfreundlichen Fahrradfahrer", vor dem die Uni ebenfalls offiziel gewarnt hat: Dieser kündigt unmittelbare Gefahr für Leid und Leben an. Besonders gefährlich für Menschen aus Ländern mit Linksverkehr, die dann auch noch reflexartig nach Links gehen und vom Radweg auf die Straße...
Am Anfang war ich doch noch recht überfodert davon, gerade links abbiegen ist "schwierig". Anstatt wie die Fußgänger nämlich einfach links abzubiegen, muss man als Radfahrer zuerst die Straße in die man abbiegen will, überqueren und erst dann abbiegen. Nur so kommt man auf der richtigen Radweg-Spur an.
Am Anfang hab' ich versucht der Masse nachzufahren oder mir einzelne Menschen auszusuchen und denen nachzufahren. Aber das war keine so gute Idee, denn die Holländer nehmen es auch nicht so genau mit roten Ampel und Verkehrszeichen. Die haben wohl irgendwie im Blut wie das geht, ich hab das ein oder zwei mal versucht ("Wenn der fährt, kann ich ja auch fahren"), aber jedes Mal hab' ich den Verkehr aufgehalten und es ging schief. Jetzt bin ich die brave deutsche, die mit ihrem Helm an der roten Ampel wartet, obwohl weit und breit keine Auto da ist.
Aber alles in allem schon sehr nett, das fietsen und sehr praktisch. Viel schneller als der ÖPNV und hier ist ja auch alles schön platt. :)

Liebste Grüße,
Theresa

P.S.: Die Kommentarfunktion geht jetzt auch ;)


Sonntag, 7. September 2014

Ein neuer Blog muss her!

Hallo ihr Lieben,

eigentlich hatte ich nicht geplant einen Blog zu schreiben über meine Zeit in Amsterdam. Aber in den letzten Tagen haben mich so viele Nachrichten erreicht, deren Kurzfassung war "Wie ist es? Wie geht's dir? Erzähl!". Ich freue mich sehr sehr sehr, dass ich von euch höre, aber diverse Male das gleiche zu tippen ist irgendwie ineffizient und wie das immer so ist mit diesem Wörtchen "eigentlich": Dann muss eben doch ein Blog her.
Für diejenigen, die schon meinen Blog aus Neukaledonien gelesen haben: So viel Neues, so viele Ausflüge, so viel Kulturunterschied (oder auch Schock?) und so viele schöne Fotos zum in-die-Ferne-träumen wird es wahrscheinlich nicht geben, aber ich denke das ein oder andere gibt es doch zu berichten.

Ich starte erstmal mit einer Kurszusammenfassung der zurückliegenden Ereignisse: So richtig angekommen in Amsterdam bin ich vor circa zwei Wochen. Davor war ich schon mal hier zur Vor-Klausur und zur dreitägigen Introduction Week. Es galt erstmal rauszufinden wo der nächste Supermarkt ist, die nächste Apotheke (die erste Erkältung ist auch fast durchgestanden) und wie ich ganz niederländisch mit meinem Fahrrad  zu Uni komme. Halbwegs angekommen hat besagte Uni bereits ihre Schatten geworfen über mein letztes Vor-Uni-Start-Wochenende und mich bereits da gut beschäftigt. Mittlerweile ist die erste Woche überstanden, ich fühle mich nach und nach immer wohler hier und der erste ganz harte Anfang ist schon fast geschafft. Mir geht es also gut.

So, ein erstes Lebenszeichen ist hiermit abgegeben ;) Mehr gibt es häppchenweise in den nächsten Tagen und Wochen, ich bin selbst gespannt, was aus diesem Blog-Unterfangen so wird.

Ganz liebe Grüße aus einem derzeit meist sonnigen Amsterdam,
Theresa